Dr. Martin Henschke - Projekte

Ganggenauigkeit, Zeitwaage

Im ersten Bild auf der vorherigen Seite ist auf dem Tisch eine Selbstbau-Zeitwaage zu sehen, die den Gang der Uhr überwacht.Sie besteht aus einer Standard-Experimentierplatine (AVR-Ctrl), dem Funkuhr-Modul EM2S DCF und der Antenne AFET 77,5 von HKW-Elektronik. In der Uhr (hinter dem Pendel) befinden sich eine Gabellichtschranke sowie Sensoren für Druck, Temperatur und Luftfeuchte. Diese 3 Sensorwerte sowie Amplitude und Gangabweichung werden stündlich gespeichert (für maximal 3 Wochen) und gelegentlich auf einen PC übertragen.

Da das Funkuhr-Modul nur maximal einen Impuls pro Sekunde liefert, werden Zwischenwerte mittels Quarz (braucht der Microcontroller ohnehin) bestimmt, wobei eine Quarz-Heizung dafür sorgt, dass der Quarz immer im Takt schwingt.

Gang in 2 Monaten

Im Diagramm ist die Ganggenauigkeit der Uhr über 63 Tage dargestellt. In der Zeit waren die Gleitlager und der POM-Anker im Einsatz. Die Zeitabweichung ist in Dezi-Sekunden (1/10 s) eingetragen. Die Kreise auf der Kurve zeigen die Zeitpunkte an, an denen das Gewicht auf dem Pendelteller geändert wurde. Die Dreiecke oben zeigen den Aufzug an.

Es ist zu erkennen, dass Druck- und Temperaturkompensation als zufriedenstellend angesehen werden können. Allerdings ist auch zu sehen, dass die Uhr jeden Tag schneller wird (um rund 4 ms) und die Amplitude leicht abnimmt. Dies liegt vermutlich am Gleitlager-Verschleiß und sollte zukünftig nicht mehr auftreten.

Eine Ganggenauigkeit von 1 - 2 s pro Monat ist also erreicht, doch über's Jahr gesehen ist die Abweichung noch viel zu groß.